Mangelernährung wird in deutschen Kliniken offenbar zu selten dokumentiert und behandelt. Das geht aus einer Analyse von Krankenkassendaten aus der InGef-Datenbank aus 2017-2024 hervor [1]. Menschen galten in der Erhebung als mangelernährt, wenn während eines stationären Klinikaufenthalts die Diagnose einer Mangelernährung kodiert wurde. Dies traf zwischen 2017 und 2024 auf 1,16-1,30 Prozent der Patienten zu.
Die Deutsche Krankenhaus-Mangelernährungsstudie hingegen stellte bei 27,4 Prozent der Hospitalisierten eine Mangelernährung fest.
Dabei kann Malnutrition negative Folgen haben: “Die Analyse der nach Alter, Geschlecht und Charlson-Comorbidity-Index gematchten Kohorten zeigte bei Patienten mit Mangelernährung eine höhere Mortalität (18,2 Prozent innerhalb von 90 Tagen vs 7,3 Prozent) und höhere Rehospitalisierungsraten (44,9 vs 37,8 Prozent)”, berichtet das Team. Menschen mit Mangelernährung verursachten zudem pro Jahr fast 4.400 Euro mehr Gesundheitskosten als die Kontrollgruppe.
Fazit für die Praxis: “Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, in deutschen Kliniken Ernährungsscreenings und Versorgungswege verpflichtend zu etablieren”, resümiert Prof. Dorothee Volkert von der FAU Erlangen-Nürnberg [2]. Der G-BA sei bereits beauftragt, bis Ende 2027 Vorgaben für Kliniken zu erarbeiten.
red
Quellen: 1. doi 10.3238/arztebl.m2026.0085, 2. Mitteilung des Science Media Centers vom 19. August
