Was sind die "To Do‘s", was die "Don‘t Do‘s" bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen? Prof. Thomas Kötter stellte beim BAM-Kongress die wichtigsten Empfehlungen aus der S3-Leitlinie vor.
In weniger als einem Prozent der Fälle gehen Nackenschmerzen auf eine gefährliche Grunderkrankung zurück.
Wenn rund 100 Menschen stehend ihren Kopf langsam nach links und rechts bewegen, dann zur Brust sinken lassen und ein Doppelkinn machen, könnte es sich um ein Seminar zum Thema Nackenschmerzen handeln. So geschehen beim BAM-Kongress im Juni dieses Jahres.
“Anamnese sowie körperliche Untersuchung liefern uns alle Informationen, um zwischen nicht-spezifischen und spezifischen Nackenschmerzen zu differenzieren”, betonte Prof. Thomas Kötter. “Bei den meisten Nackenschmerzen bleibt die Ursache aber unklar, sie sind also nicht-spezifisch.”
In weniger als einem Prozent der Fälle gehen Nackenschmerzen auf eine gefährliche Grunderkrankung zurück, heißt es in der im vergangenen Jahr neu aufgelegten S3-Leitlinie [1]. Bei Nackenschmerzen sollte die körperliche Untersuchung laut Leitlinie aus mindestens folgenden Elementen bestehen:
Allgemeinzustand und Ernährungszustand, Bewusstseinszustand,
Inspektion: Aussehen der Haut, Deformitäten, Verletzungszeichen, Haltung, Mobilität,
Palpation: Dorn- und Querfortsätze, muskuläre Verspannungen, Hauttemperatur,
Beweglichkeitsprüfung: Ante-, Retroflexion, Rotation und Seitneigung.
Was sind die Red Flags?
Finden sich bei Patienten mit neu aufgetretenen Nackenschmerzen (Dauer: 0-3 Wochen) Hinweise auf strukturelle Ursachen, sollten weitere bildgebende oder Laboruntersuchungen und/oder Überweisungen in fachärztliche Behandlung eingeleitet werden.
Solche strukturellen Ursachen können sein: Fraktur, Entzündung, Radikulopathien/Neuropathien oder Tumor/Metastasen. In der Leitlinie finden sich dazu anamnestische Hinweise (Tab.1).
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