Der Nutzen von KI-Systemen bei der radiologischen Erkennung von Lungenkrebs ist derzeit nicht zu belegen. Das zeigt ein Anfang Oktober veröffentlichter Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Hierfür betrachtete das IQWiG zwei Fragen: Die erste betrifft Erwachsene mit explizitem Verdacht auf Lungenkrebs, die zweite Erwachsene, die an der Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie (Low-Dose-CT) teilnehmen.
Für die erste Gruppe, Patientinnen und Patienten mit konkretem Verdacht auf Lungenkrebs, fand das IQWiG keine auswertbaren Studien. Zur Lungenkrebsfrüherkennung hingegen liegen zwar zwei Studien zur Diagnosegenauigkeit vor. “Die Ergebnisse der beiden Studien widersprechen sich jedoch und die Studien weisen methodische Mängel auf”, bilanziert das IQWiG. Daher lasse sich weder ein Nutzen noch ein Schaden der KI-Unterstützung ableiten.
Nach Einschätzung des IQWiG sind weitere hochwertige Studien erforderlich. Diese sollten nicht allein die diagnostische Genauigkeit untersuchen, sondern die gesamte diagnostisch-therapeutische Versorgungskette mit Blick auf patientenrelevante Endpunkte. Der Bericht wurde im Rahmen des ThemenChecks Medizin auf Vorschlag eines Bürgers erstellt und nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens Anfang Oktober veröffentlicht.
red
