Wegen Belastungsreaktionen und Angststörungen waren 2025 so viele Menschen arbeitsunfähig wie nie zuvor. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse verzeichnete 2025 aufgrund der Diagnose knapp 119 Krankentage auf 100 Versicherte. Im Vorjahr waren es noch rund 112 Tage, 2017 lediglich 66 Tage.
Neben privaten und gängigen Stressoren wie Arbeitspensum, ständigen Überstunden, einem geringen Gehalt und Existenzängsten oder Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzten gibt Aileen Könitz, Ärztin bei der KKH, auch der modernen Arbeitsweise mit Laptop und Smartphone Schuld. “Arbeit stresst heute nicht nur, weil sie grundsätzlich als zu viel erlebt wird, sondern auch, weil vieles unentschieden, diffus und ungeklärt bleibt”, so Könitz.
Flexibles Arbeiten könne Stress auslösen, wenn klare Regeln fehlen und beispielsweise die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen würde. Von Unternehmen fordert Könitz klare Vorgaben – etwa für Arbeits- und Ruhezeiten. Berufstätige wiederum sollten feste Arbeits- und Pausenzeiten einhalten, die eine klare Trennung zwischen Job, Familie und Freizeit ermöglichen.
red
