Der Erfolg des geplanten Primärversorgungssystems hängt maßgeblich von Ihnen und Ihren Praxisteams ab, liebe Kolleginnen und Kollegen. Sie sollen als erste Anlaufstelle den größten Teil der Anliegen abschließend versorgen, eine koordinierende Funktion im System wahrnehmen und so die Patientenströme leiten. Daher müssen auch wir es sein, die das System mitgestalten und nicht nur vorgesetzt bekommen.
In unserem Forderungspapier (siehe Artikel: Hausärzte legen Mindestanforderungen vor) haben wir beschrieben, worauf es bei der Umsetzung der Reform ankommt und welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen. Dabei stehen sechs Themenfelder im Mittelpunkt: Qualität, Zugang, Teamversorgung, digitale Infrastruktur, Verbindlichkeit – und allen voran die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV).
Mit der HZV gibt es seit vielen Jahren ein eigenständiges, bewährtes hausärztliches Primärversorgungssystem. Mit ihren über elf Millionen Teilnehmenden und Zehntausenden hausärztlichen Praxen ist sie der Innovationsmotor für das Gesundheitswesen schlechthin, insbesondere im Bereich der Teamversorgung. Daher ist eine der zentralen Forderungen in unserem Papier, dass die HZV nicht nur erhalten, sondern weiter ausgebaut wird.
Wenn Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) bei der Umsetzung der Reform auf das Erfolgsmodell HZV setzt, wird es nicht nur ihm seine Arbeit erleichtern, sondern auch wesentlich dazu beitragen, die wirtschaftliche Grundlage hausärztlicher Praxen und damit die Versorgung nachhaltig zu sichern.
Mit kollegialen Grüßen
Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Dr. Markus Blumenthal-Beier
Bundesvorsitzende Hausärztinnen- und Hausärzteverband
